Deep Dive
May 19, 2026

Die Personenfreizügigkeit ist «To Big to Fail» für die Schweiz.

Das Whitepaper belegt die Bedeutung der Personenfreizügigkeit für den Schweizer Detailhandel, das Gesundheitswesen und die Landwirtschaft bis hin zu Oper, Theater und Musik.

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Die Personenfreizügigkeit ist «To Big to Fail» für die Schweiz.

Die Schweiz ist ein erfolgreiches, weltoffenes und hoch globalisiertes Land. Ein Land, das auf Vieles stolz sein kann. Unter anderem auf seine Vielsprachigkeit, seinen Föderalismus und seine kulturelle Diversität. Diese Diversität zeigt sich nicht nur in den Landesteilen und den 26 Kantonen, sondern insbesondere bei den Menschen, die hier wohnen und arbeiten.

Eine vertiefte Auseinandersetzung wie in diesem Whitepaper bringt es an den Tag: Die Schweiz ist nicht einfach das Land der Schweizer:innen – sie ist ein Land der Europäer:innen. Ein Land, in dem ganz selbstverständlich wichtige Arbeiten von EU-Bürger:innen geleistet werden, Seite an Seite mit Schweizer:innen. Das ist es, was die Schweiz erfolgreich macht.

Die Personenfreizügigkeit als Fundament

Die  Einführung  der  Personenfreizügigkeit  ist  vergleichbar  mit  der  Einführung der Niederlassungsfreiheit in der Schweiz bei der Bundesstaatsgründung 1848. Sie erlaubt es den Menschen, innerhalb des EU/EFTA-Raums zu leben und zu arbeiten, wo sie wollen, sofern sie gewisse Bedingungen erfüllen. Viele EU-Bürger:innen nehmen diese Freiheit zum Nutzen der Schweiz wahr. Sie sind hier, weil sie gebraucht werden. [1] Ohne die Spezialisten und Spezialistinnen im Gesundheitsbereich, die Arbeiter:innen in der Landwirtschaft oder die Musiker:innen in der Kulturszene würden diese Branchen schlicht nicht mehr funktionieren.

Viele Schweizer:innen leisten ihren entsprechenden Beitrag in den für sie zur Heimat gewordenen EU-Ländern. Ein Ende dieser Freiheit würde all diesen Menschen, aber auch der Schweizer Wirtschaft im Allgemeinen, vielfältigen Schaden zufügen.

Mit der Nachhaltigkeits- und der Grenzschutz-Initiativen der SVP stehen diese Lebensentwürfe auf dem Spiel. Die Europäische Bewegung Schweiz hat deshalb erneut verschiedene Sektoren der Schweizer Wirtschaft unter die Lupe genommen. Die erarbeiteten Zahlen zeigen, wie stark vernetzt, verflochten und verbunden die Schweiz mit der Europäischen Union (EU), mit Europa im Allgemeinen und besonders mit ihren Nachbarländern ist. Und was ein Bruch mit Europa durch die Nachhaltigkeits- und Grenzschutz-Initiativen für die Schweiz bedeuten würde. Die Schweiz des 21. Jahrhunderts ist ohne Europa und ohne Personenfreizügigkeit undenkbar.

Landwirtschaft - unser täglich Brot ist europäisch

Wunderschöne Bauernhäuser, gepflegte Weiden und grasende, glockenbehängte Kühe prägen das Bild ausserhalb der Schweizer Städte und sind weltweit ein beliebtes Fotosujet. Die Vorstellung aber, dass auf diesen Höfen seit jeher nur alteingesessene Bauernfamilien wohnen und arbeiten, kommt bei einem genauen Blick ins Wanken. Im Jahr 2021 zählte Agristat rund 22’000 Ausländer:innen auf Schweizer Bauernhöfen. [2] Ganz offensichtlich sind Schweizer Bäuerinnen und Bauern stark von der Personenfreizügigkeit abhängig und nutzen die Möglichkeit, damit Arbeitskräfte zu rekrutieren.

Ausserfamiliäre Arbeitskräfte auf Schweizer Bauernhöfen

Die Statistiken zur Schweizer Landwirtschaft unterscheiden zwischen «familiären Arbeitskräften» und «ausserfamiliären Arbeitskräften». Bei den «ausserfamiliären» gibt es wiederum «Schweizer:innen» und «Ausländer:innen». Die Ausländer:innenzahlen werden vom Bundesamt für Statistik (BFS) nicht klar nach Nationen ausgewiesen, es gibt dazu unterschiedliche Berechnungen. Der Schweizer Bauernverband (SBV) schätzt 2020 die Zahl von allen angefragten Instanzen am höchsten ein, insgesamt auf 30’000-35’000 ausländische Angestellte. Bei insgesamt 152’000 Beschäftigten in der Schweizer Landwirtschaft wären dies rund 20% der Gesamtarbeitskräfte.

Die genannten Zahlen aus dem Jahr 2020 sind mit einer gewissen Unsicherheit behaftet: Jene des Bauernverbandes beruhen auf einer Mitgliederumfrage und sind viel höher als die offiziell vom Bund ausgewiesenen Werte. Offenbar beschäftigen manche Bäuerinnen und Bauern mehrere Meldepflichtige pro Jahr, folglich sind wohl nie die ganzen 30’000 Arbeiter:innen gleichzeitig in der Schweiz. [3] Bemerkenswert ist, dass weder in den Agrarberichten des Bundesamts für Landwirtschaft noch beim Schweizer Bauernverband verlässliche Zahlen über die Herkunft und den Prozentanteil der eingesetzten ausländischen Arbeitskräfte zu finden sind. Auch wenn dies auf die Anstellungsbedingungen bei Kurzaufenthalt und die Meldepflicht zurückzuführen ist, überrascht es doch. Denn ansonsten fehlt es der Schweizer Landwirtschaftsstatistik nicht an Präzision – bis hin zur genauen Anzahl der gehaltenen Kühe. Was sich sagen lässt: Der Agrarbericht 2023 hält fest, dass die Anzahl der Beschäftigten tendenziell zurückgeht; auf die familieneigenen Arbeitskräfte trifft dies aber deutlich mehr zu als auf die «familienfremden». Dies bedeutet, dass die Arbeit der ausserfamiliären Arbeitskräfte wichtiger wird.

Ausländische ausserfamiliäre Arbeitskräfte

Von den 150’000 Beschäftigten in der Schweizer Landwirtschaft, sind 112’000 familiäre Arbeitskräfte, ausserfamiliäre Angestellte gibt es ungefähr 38’000. Davon stammt wiederum mehr als die Hälfte, nämlich 22’000, aus dem Ausland, grossmehrheitlich aus der EU [Stand2023]. [5] Im Jahr 2017 zählte das BFS noch rund 17’000 Ausländer:innen auf Schweizer Bauernhöfen. Diese 17’000 Ausländer:innen – wie oben ersichtlich eine eher konservativ geschätzte Zahl – lässt sich weiter aufschlüsseln in 7’500 EU-Kurzaufenthalter:innen, 8’000 EU-Ausländer:innen aus der ständigen Wohnbevölkerung sowie ungefähr 1’000 Grenzgänger:innen [Stand 2023 zählt dasBFS sogar rund 2’800 Grenzänger:innen im primären Wirtschaftssektor]. [6] Zu dieser Zahl kommen 7’000 Meldepflichtige, welche für weniger als 90 Tage in der Hochsaison in der Schweiz angestellt werden. Insgesamt ergibt sich ein Total von knapp 24’000 EU-Bürger:innen, welche in der Schweizer Landwirtschaft tätig sind [Stand 2020].

Unser Alltag ist europäisch

Detailhandel

Aus dem Geschäftsbericht 2022 der Coop-Gruppe geht hervor, dass im Detailhandel rund 33,1% Ausländer:innen arbeiten. Im Grosshandel/Produktion liegt dieser Wert sogar bei 57,2% [Stand 2023]. [8] Auf Anfrage im Jahr 2020 teilt Coop mit, dass rund 20% aller Coop-Mitarbeitenden einen EU-Pass haben. Grenzgänger:innen sind gemäss Aussagen von Coop nur einen kleinen Teil davon. Zu vermuten ist ein ähnlicher Prozentsatz bei allen grösseren Detailhändlern in der Schweiz. [9]

Uhrenindustrie

Wenn man weltweit Menschen auf die Schweiz anspricht, fällt neben «Schokolade» und «Roger Federer» meist auch das Wort «Uhren». Wenig steht so ausgeprägt für «swissness» wie dieses Produkt: Hohe Qualität und Pünktlichkeit verkörpern die Schweiz. Von den insgesamt rund 60’800 Beschäftigten in der Uhrenindustrie sind gemäss BFS-Daten knapp 19’600 Grenzgänger:innen  [Stand  2023].  [10]Der Arbeitgeberverband der Schweizer Uhrenindustrie (CP) bestätigt auf Anfrage im Jahr 2020 die Anzahl von 30% Grenzgänger:innen aus dem EU-Ausland.

 

Unsere Gesundheit ist europäisch

In der Schweiz kann man sich auf gute, effiziente Spitäler und professionell ausgebildetes Personal verlassen. Das Schweizer Gesundheitswesen geniesst weltweit einen exzellenten Ruf. Gerade die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig ein wohlorganisiertes Gesundheitswesen ist. Mit den Grenzschliessungen wurde vielen Menschen bewusst, dass ein Teil der Arbeit in Spitälern von Grenzgänger:innen erledigt wird. Die Recherche zeigt: In der Schweiz ist jede:r dritte Spitalangestellte Ausländer:in, die klare Mehrheit davon stammt aus der EU [Stand 2023]. [12]

Spitalpersonal «Pflege»

Der Spitalverband H+ nennt die Zahl von 95’000 Pflegepersonen, welche in Schweizer Spitälern arbeiten. Davon stammen zwei Drittel aus der Schweiz, ein Drittel hat einen ausländischen Pass. Insgesamt 22% aller Personen in der Pflege kommen dabei aus Deutschland, Frankreich oder Italien. In Kantonen wie Genf oder Tessin sind die Zahlen nochmals höher, hier muss von mehr als den genannten 22% EU-Bürger:innen ausgegangen werden [Stand2023]. [13] Infolge der geografischen Nähe und der vorhandenen Abkommen ist anzunehmen, dass es sich beim Grossteil der restlichen rund 10% Ausländer:innen ebenfalls um EU-Bürger:innen handelt.

Spitalpersonal «ÄrzteundÄrztinnen»

Von insgesamt 32’275 Ärzten und Ärztinnen sind 54% Schweizer Bürger:innen, 31% stammen aus Deutschland, Italien oder Frankreich. Von den gut 15% restlicher Ausländer:innen stammt, basierend auf der obigen Annahme, ein grosser Teil aus anderen EU-Ländern [Stand 2023]. [14]

Grenzgänger:innen und regionale Verteilung

Interessant wird es, wenn man die Zahlen für die einzelnen Regionen anschaut. Im Tessin sind 54% des Pflegepersonals Schweizer:innen, ca. 40% stammen dagegen aus Italien. Bei den Ärzten und Ärztinnen ist dies noch massiver: 34% stammen aus der Schweiz, 59% aller im Tessin tätigen Ärzten und Ärztinnen haben einen italienischen bzw. EU-Pass. Ähnlich ist es in der Genfersee-Region: In der Pflege haben mindestens 42% einen EU-Pass, unter den Ärzten und Ärztinnen sind mindestens 24% EU-Bürger:innen. In der Nordwestschweiz sind mindestens ein Viertel aller Pfleger:innen EU-Bürger:innen, bei den Ärzten und Ärztinnen stammen 34% aus Deutschland. In der Ostschweiz sind es 33% [Stand 2023]. [15]

Am Universitätsspital Zürich sind von total 9’213 Angestellten 31% EU-Bürger:innen – das ist knapp ein Drittel [Stand2023]. [16] Am Universitätsspital in Genf gilt dies für fast jeden zweiten Mitarbeiter bzw. jede zweite Mitarbeiterin.; mehr als 40% der Ärzten undÄrztinnen stammen aus der EU [Stand 2020]. Dieses Bild zeigt sich für alle weiteren angefragten Spitäler (Universitätsspitäler Basel und Lausanne, Kantonsspital St. Gallen und Swiss Medical Network mit zwei Kliniken im Tessin): Der Prozentsatz an Personal aus der EU ist hoch, bei den Ärzten und Ärztinnen oft am höchsten. [17]

In der Schweiz leben und arbeiten nicht nur EU-Bürger:innen, welche in die Schweiz eingewandert sind. Es gibt auch eine nicht unerhebliche Zahl von Grenzgänger:innen, die mindestens einmal pro Woche an ihren ausländischen Wohnort zurückkehren. Diese Grenzgänger:innen haben sich über die Jahre gesehen immer besser qualifiziert, sie verrichten längst nicht mehr nur «eher einfache» Arbeiten. [18] Dies bedeutet: Gut 7.5% – oder 391’000 von rund 5.2 Millionen Erwerbstätigen in der Schweiz – sind Grenzgänger:innen [Stand 2023]. [19] Die Zahl der Grenzgänger:innen hat sich innerhalb von 20 Jahren von 168’000 auf 391’000 mehr als verdoppelt. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit in der Schweiz stabil geblieben. [20]

In der Schweiz zeigt sich das «Europa der Regionen» insbesondere im Tessin, in Basel und in Genf. Alle drei Regionen sind stark von Grenzgänger:innen abhängig, ohne diese würden in vielen Branchen zahlreiche Fachkräfte fehlen. Diese multinationalen Grenzregionen sind zwar in verschiedene Rechtsräume unterteilt, faktisch wachsen sie aber immer stärker zusammen. [21]

Physiotherapie

In der Schweiz gibt es etwas mehr als 18’000 Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen. Davon haben 12’392 einen Schweizer Pass, 4’501 sind EU-Bürger:innen. Dazu kommen 1’285 Grenzgänger:innen (mit EU-Pass), wobei diese Zahl auch die Ergotherapeuten und Ergotherapeutinnen umfasst. Dies ergibt insgesamt 5’786 oder gut 31% EU-Ausländer:innen [Stand 2020]. [22] Gleichzeitig werden pro Jahr rund 1’300 Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnenneu anerkannt, 409 sind Absolventen und Absolventinnen von SchweizerFachhochschulen (unklar, ob das Schweizer:innen oder EU/EFTA-Bürger:innensind). Im Jahr 2022 wurden 4’586 ausländische Ausbildungsabschlüsse anerkannt, 4’276 davon aus EU-Ländern. Trotz dieser Zahlen fehlen in der Schweiz nach wie vor 500 Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen pro Jahr. Viele der bereits praktizierenden sind eingebürgerte Niederländer:innen oder Deutsche; viele Praxen werden von (gebürtigen) Niederländer:innen geführt. Ausländer:innen haben die Physiotherapie in der Schweiz einst überhaupt etabliert. Die Physiotherapie war daher von Anfang an stark auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen [Stand2023]. [23]

Private Pflege zu Hause: migrantische Live-Ins

Care-Arbeit hat viele Facetten, ein wichtiger Teil davon ist die Rundumbetreuung von alten oder behinderten Menschen in ihrem eigenen Zuhause. In diesem Bereich arbeiten fast nur Ausländer:innen, die meist im selben Haushaltwie die betreute Person leben (sogenannte «migrantische Live-Ins»). Aktuell gibt es dazu keine verlässlichen Zahlen und Statistiken, Schätzungen variieren zwischen 5’000 und 30’000 Fällen [Stand 2020]. Die Arbeitnehmer:innen, hauptsächlich Frauen, kommen mehrheitlich aus Polen, Ungarn und Deutschland. [24] Aktuellere Zahlen gibt es nicht, jedoch nimmt die Live-In-Betreuung in der Schweiz konstant zu [Stand 2023].[25] Trotz der zunehmenden Ambulantisierung besteht im Bereich der Betreuung zu Hause eine Lücke im System. Dies u.a. infolge der Unterscheidung von Pflege und Betreuung in Kombination mit unterschiedlichen Finanzierungsarten für stationäre und häusliche Leistungen. Migrantische Live-Ins decken in zunehmendem Masse – zu einem für viele Schweizer Privathaushalte bezahlbaren Preis – den Betreuungsbedarf ab. Ein Wegfall der Personenfreizügigkeit und die damit verbundenen Aufenthaltsbewilligungen (Meldepflicht) würden diese Branche weiter in die Illegalität drängen. Bereits heute seien private Haushalte als Arbeitsort gemäss Careum Hochschule Gesundheit nicht dem Arbeitsgesetz unterstellt und liessen sich daher auch nur schlecht kontrollieren. [26]

Oper, Theater und Musik - unsere Kultur ist europäisch

Opernhäuser

Jede grössere Schweizer Stadt hat ein Opernhaus oder ein professionelles Theater. Und was den meisten aufmerksamen Zuschauer:innen in der Deutschschweiz wohl schon länger aufgefallen ist: Da sprechen längst nicht nur Deutschschweizer Bühnendeutsch. Beim Opernhaus Zürich und beim Theater Basel sind 31.5 bzw. 43.5% EU-Bürger:innen angestellt. [27] Dazu  kommen  die  Leute,  die  für die künstlerische Produktion verantwortlich sind, also Regisseure, Bühnenbildner:innen etc. Für diese Personen sind keine Zahlen verfügbar [Stand 2023].

Berufsorchester

In den Schweizer Berufsorchestern zeigt sich ein ähnliches Bild. Im Schnitt sind 40% der Musiker:innen aus dem Ausland, davon rund zwei Drittel aus der EU [Stand 2020]. Der ungehinderte Personenverkehr ist für den Musiksektor unabdingbar, da der Austausch und die Zusammenarbeit das kulturelle Schaffen erst ermöglichen. Gemäss dem Schweizer Musikrat ist der Musikmarkt in der Schweiz zu klein – ohne Personenfreizügigkeit wären gravierende Auswirkungen auf die Anzahl Arbeitsplätze und Betriebe im Musiksektor zu erwarten, mit den entsprechenden volkswirtschaftlichen Schäden. Top-Musiker:innen, aber auch Dozenten und Dozentinnen könnten ohne Personenfreizügigkeit nur viel schwerer angestellt werden. Entsprechend seien Musikschulen gerade in den Grenzkantonen stark auf Lehrpersonen aus dem Ausland angewiesen. Ein Verlust der Personenfreizügigkeit wäre gerade jetzt besonders verheerend für die Musikbranche, da sich Schweizer Musik im Ausland einer wachsenden Beliebtheit erfreue. [28]

Schweizer:innenin der Europäischen Union

Wenn in der Schweiz über Personenfreizügigkeit gesprochen wird, geht oft vergessen, dass diese in zwei Richtungen funktioniert. Ende 2022 lebte mehr als jeder zehnte Schweizer   bzw.   jede   zehnte   Schweizerin   im   Ausland.   Wäre die Auslandschweizer:innen-Gemeinde ein Kanton, so hätten nur Zürich, Bern und Waadt mehr Einwohner:innen. Nahezu zwei Drittel der Auslandschweizer:innen leben in Europa, hauptsächlich in Frankreich, Deutschland und Italien. Ihre Zahl wächst dabei in allen Altersklassen [Stand 2023]. [29] Ein nicht unerheblicher Teil der EU-Auslandschweizer:innen hat vermutlich die Doppelbürgerschaft und damit auch einen EU-Pass. Gemäss der Auslandschweizer-Organisation ASO wären aber 60% der in der EU/EFTA wohnhaften Schweizer:innen von einer Kündigung der Personenfreizügigkeit betroffen [Stand 2020].

Quellen:

[1] Die Arbeitslosigkeit ist dabei seit Jahren stabil. | Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), «Statistiken zur Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit», https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/wirtschaftslage --wirtschaftspolitik/Wirtschaftslage/Arbeitslosenzahlen.html [Stand 2020]

[2] Schweizer Bauernverband (SBV), «Statistische Erhebungen und Schätzungen über Landwirtschaft und Ernährung: Betriebsverhältnisse», https://www.sbv-usp. ch/fileadmin/user_upload/01_SES2022_Betriebsverhaeltnisse.pdf [abgerufen am 13.11.2023]

[3] Auskunft auf Anfrage beim SBV [Stand 2020]. Der SBV gab auf erneute Anfrage Ende 2023 keine Auskunft über aktuelle Zahlen.

[4] Bundesamt für Statistik (BFS), «Agrarbericht 2023», https://agrarbericht.ch/de/betrieb/strukturen/betriebe [abgerufen am 15.01.2024]

[5] 149’578 Beschäftigte in Landwirtschaftsbetrieben: Familieneigene (45’598+66’449=112’047), Familienfremde (20’751+16’780=37’531) | SBV, «Statistische Erhebungen und Schätzungen über Landwirtschaft und Ernährung: Betriebsverhältnisse», https://www.sbv-usp. ch/fileadmin/user_upload/01_SES2022_Betriebsverhaeltnisse.pdf [abgerufen am 13.11.2023]

[6] BFS, «Grenzgängerstatistik», https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kataloge-datenbanken/ tabellen.assetdetail.26745988.html [abgerufen am 15.01.2024]  

[7] Tages Anzeiger, «Schweizer Bauern haben immer mehr ausländische Angestellte», https://www.tagesanzeiger.ch/contentstationimport/tamediaumfrage-agrarinitiativen-verlieren-an-boden/ story/30232732 [Stand 2020]; BFS, «Agrarbericht 2019», https://www.agrarbericht.ch/de/betrieb/strukturen/beschaeftigte [Stand 2020]; SBV, «Lohnerhebung 2014», https://www.sbv-usp. ch/fileadmin/sbvuspch/04_Medien/Publikationen/Lohnerhebung/Lohnerhebung_2014.pdf [Stand 2020]

[8] Coop-Gruppe, «Geschäftsbericht 2022», https://report.coop.ch/app/uploads/Coop_GB22_Kennzahlen-Mitarbeitende_de.pdf [abgerufen am 15.01.2024]

[9] Auf Anfrage gab Migros keine Antwort, Aldi und Lidl haben eine Auskunft abgelehnt [Stand 2020]. Auf erneute Anfrage gab Coop Ende 2023 keine Auskunft zu aktualisierten Zahlen.

[10] CP, «Recensement 2022», https://cpih.ch/wp-content/uploads/Recensement-2022-Public.pdf [abgerufen am 13.11.2023]; eigene Abfrage des BFS-Datencube, https://www.pxweb.bfs.admin.ch/pxweb/de/px-x-0302010000_105/-/px-x 0302010000_105.px/table/tableViewLayout2/ [abgerufen am 13.11.2023]

[11] Gemäss Arbeitgeberverband der Schweizer Uhrenindustrie (CP) seien das aber Schätzungen. Man habe keine bestätigten Zahlen [Stand 2020]. Auf erneute Anfrage gab CP Ende 2023 keine Angaben zu aktualisierten Zahlen. [

12] In Kliniken und Spitälern der Schweiz ist jede dritte Erwerbsperson (33%) ausländischer Nationalität. Gemäss H+ ist der Anteil an Ausländer:innen bei den Ärzte und Ärztinnen über die ganze Schweiz gesehen mit 45% am höchsten, in der Pflege sind es 33%, dies variiert aber nach Regionen und Spital. Im Tessin und in der Westschweiz beträgt der Ausländeranteil beim gesamten Spitalpersonal jeweils über 40%, in der Zentralschweiz sind es 23% und im Mittelland sind es 25%, gemäss H+. | H+, https://www.hplus.ch/de/zahlen-statistiken/h-spital-und-klinik-monitor? type=1534744687 [abgerufen am 09.11.2023] Ergänzung zu den Folgen einer Annahme der Nachhaltigkeitsinitiative: «Das Ende der Personenfreizügigkeit würde für das Kantonspital St. Gallen vor allem mehr Bürokratie bedeuten.», Philipp Lutz, Medienbeauftragter Unternehmenskommunikation, Kantonsspital St. Gallen | Die Zahlen basieren auf direkten Anfragen und auf den von H+ und den vom BFS veröffentlichten Dokumenten. [Stand 2020]

[13] BFS, «Krankenhausstatistik: Standardtabellen 2021», https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kataloge-datenbanken/ tabellen.assetdetail.23568235.html [abgerufen am 13.11.2023]

[14] BFS, «Krankenhausstatistik» (Gilt für «Pflege» und «Ärzte und Ärztinnen»), https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kataloge-datenbanken/ tabellen.assetdetail.23568235.html [abgerufen am 13.11.2023]

[15] BFS, «Krankenhausstatistik», https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kataloge-datenbanken/ tabellen.assetdetail.23568235.html [abgerufen am 13.11.2023]

[16] Universitätsspital Zürich, «Jahresbericht 2022», https://usz-jahresbericht. ch/geschaeftsbericht/personal-und-nachhaltigkeit/anstellungen-geschaeftsbericht/ vollzeitstellen-und-personalbestand/ [abgerufen am 13.11.2023]

[17] Auskunft auf direkte Anfrage bei Spitälern in der ganzen Schweiz sowie Website H+ [Stand 2020].

[18] swissinfo, «Grenzgänger, wer bist du?», https://www.swissinfo.ch/ger/arbeitsmigration_grenzgaenger%E2%80%90%E2%80%90wer%E2%80%9 0bist%E2%80%90du%E2%80%90/43567254 [Stand 2020]

[19] Erwerbstätige in der Schweiz: 5’182’000 (3’475’000 Schweizer:innen, 1’707’000 Ausländer:innen) | BFS, «Grenzgängerstatistik», https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kataloge-datenbanken/ tabellen.assetdetail.26745988.html [abgerufen am 09.11.2023]

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