Die «Nachhaltigkeits»-Initiative der SVP fordert eine fixe Obergrenze von 10 Millionen für die Schweizer Bevölkerung. Was würde dies bedeuten?
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Um beim Bild zu bleiben: Wäre es nicht einfacher ein viertes Kinderbett zu kaufen, als eines der vier Kinder zur Adoption freizugeben? Auf die Schweiz umgemünzt: Wäre es nicht einfacher mit den Steuereinnahmen einer prosperierenden Wirtschaft das Verkehrsnetz auszubauen und den Wohnungsbau zu fördern, als dringend benötigte Fachkräfte von der Schweiz fernzuhalten?
Die Gegner der Nachhaltigkeits-Initiative haben diese in Chaos-Initiative umbenannt. Führen wir uns die Folgen der fixen Obergrenze vor Augen und schauen, welchen Namen wir treffender finden:
Keine Frage, die Schweiz braucht Lösungen, um das Bevölkerungswachstum der letzten zwei Jahrzehnte aufzufangen. Und – da hat die SVP absolut recht – es braucht nachhaltige Lösungen. Die 10-Millionen-Obergrenze klingt im ersten Moment vielleicht danach. Doch es entstünden dadurch weit grössere Probleme für die Bevölkerung in der Schweiz.
Szenario 1: Entweder käme es zu schmerzlichen Einschränkungen, weil in Schlüsselbereichen Arbeitskräfte fehlen, zum Beispiel im Gesundheitswesen, beim Wohnungsbau oder in der Exportbranche Nummer 1, der Pharmaindustrie. Längere Wartezeiten für OPs, Pflegenotstand und Abwanderung erfolgreicher Unternehmen ins Ausland wären die Folgen.
Szenario 2: Schweizer Unternehmen und Institutionen rekrutieren verstärkt im grenznahen Ausland. Dann wäre mit einer grossen Zahl von Grenzgängern zu rechnen, was zu kilometerlangen Staus in den Grenzkantonen, Verkehrschaos in den Wirtschaftszentren und einem enormen Druck auf das Schweizer Lohnniveau führen würde.
Je mehr man sich damit befasst, was die fixe Obergrenze ganz konkret bedeuten würde, desto klarer wird: Es gibt klügere Wege, als damit ein Chaos anzurichten.
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