1992 stimmten hauchdünne 50.3 Prozent Nein zum EWR-Beitritt. Es folgten Isolation und wirtschaftlicher Stillstand. Bald kommen gleich fünf Europa-Vorlagen an die Urne.
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Die Schweiz hat Erfahrung mit eher zufällig anmutenden Volksentscheiden. Abstimmungsresultate gilt es zu respektieren, auch wenn diese mit 50.3 Prozent hauchdünn ausfallen wie beim Nein zum Europäischen Wirtschaftsraum EWR und ein Jahrzehnt der Isolation und des wirtschaftlichen Stillstands bedeuten. Ab 2001 hat die Schweiz durch die bilateralen Verträge 1 und 2 den Anschluss an Europa wieder gefunden. In rund zwei Jahren stimmen wir über die Bilateralen 3 ab – und davor über vier Initiativen, die das neue Vertragspaket Schweiz-EU zu untergraben drohen.
Nach Abstimmungen und Wahlen ist von den Verlierern oft zuhören, «Wir haben es zu wenig geschafft, die Argumente rüberzubringen». Manchmal liegt das am wenig überzeugenden Engagement der führenden Köpfe aus Politik und Wirtschaft. Oft aber auch an der Komplexität, der man nicht Herr wird. Darum hier in aller Kürze und Prägnanz die Folgen der kommenden fünf für unsere Beziehungen zur EU relevanten Abstimmungen.
Das neue Vertragspaket mit der EU soll sicherstellen, dass die Schweiz auch ohne EU- oder EWR-Beitritt weiterhin eng mit dem EU-Binnenmarkt verbunden bleibt. Und es ermöglicht neue Abkommen, wie etwa die Einbindung ins europäische Stromnetz, um unsere Versorgungssicherheit und Netzstabilität zu verbessern.
Alle Parteienausser der SVP sehen die Bilateralen 3 insgesamt als positiven Fortschritt und als eminent wichtig in unsicheren Zeiten. Wer nicht riskieren will, dass die Würfel schon gefallen sind, bevor das Vertragspaket vors Volk kommt, kann sich jetzt in die Debatte einmischen – je nach Möglichkeit am Küchentisch, in Kaffeepausen, auf Podien oder auf Social Media und in den Klassischen Medien.
Vertiefender Text in der Rubrik „Deep Dive“:
- Die Personenfreizügigkeit ist «To Big to Fail» für die Schweiz.
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